Testberichte

Oculus Go im Test – die Standalone VR-Brille für virtuelle Welten von Facebook

Mein Testsieger bei den Standalone-Headsets

Als die Oculus Go von Facebook im Mai 2018 auf den Markt kam, da musste ich mir gleich Eine kaufen. Die erste bezahlbare Standalone VR-Brille, die nicht auf ein Smartphone oder einen PC angewiesen ist. In meinem Test der Oculus Go werde ich auf alle Eigenschaften und Funktionen genauer eingehen.

Oculus Go Lieferumfang
Die Oculus Go ist mein Favorit und Testsieger bei den Standalone VR-Headsets

Einfach auf dem Sofa sitzen und abtauchen in virtuelle Welten. Das musste ich einfach ausprobieren. Mit ca. 220 € für das Modell mit 32 GB internem Speicher und 270 € für das Gerät mit 64 GB internem Speicher gehört das Headset tatsächlich zu den günstigen Einsteigerlösungen.

Denn mehr als diese Brille ist nicht notwendig, um VR-Games, 360 Grad Videos in 3D und 3D Fotos anzusehen. Dazu gibt es mit der Gear VR Plattform und dem Oculus Store jede Menge kostenlose Inhalte, die in diesem Virtual Reality Headset verwendet werden können.

Auch Premium Inhalte stehen inzwischen in großer Zahl zur Verfügung. Schließlich gibt es die Samsung Gear VR schon einige Zeit und die Entwickler haben hier zahlreiche Apps programmiert. Zusammen stehen damit noch mehr virtuelle Erfahrungen zur Verfügung. Dazu aber später mehr.

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Zuerst einmal zu den Fakten.

Die Fakten des VR-Headsets im Check

  • Display: Fast-Switch WQHD LCD
  • Auflösung: 2560×1440
  • Bildwiederholrate: 60 bis 72 Hz
  • Sichtfeld (Field of view): 100°
  • Linsen: Fresnel-Linsen
  • Augenabstand der Linsen: 64 mm
    • verstellbar: Nein
  • Controller: 3DoF-Controller
  • Sensoren: Orientierungstracking, keine Bewegung im Raum.
  • Mikrofon: Ja
  • Audio: Stereo-Lautsprecher
    • Optional: Externer Kopfhörer kann genutzt werden.

Mein erster Eindruck

Controller der Oculus Go
Der sehr handliche Controller der Oculus Go liegt gut in der Hand

Nach dem auspacken macht die Oculus Go für mich einen sehr guten Eindruck. Sauber verarbeitet mit hochwertigen Materialien und nicht allzu schwer. Gerade einmal 470 g bringt die Go auf die Waage.

Dazu ist der Augenbereich sehr gut gepolstert und es wird auch ein Abstandshalter für Brillenträger mitgeliefert. Damit können die Linsen im Augenabstand für Brillenträger angepasst werden. Diese habe ich gleich eingesetzt und das war mit der beiliegenden Anleitung in 2 Minuten problemlos möglich.

Die drei einstellbaren Stoffriemen haben eine angenehme Oberfläche und lassen sich über die Klettverschlüsse leicht einstellen. An den seitlichen Bügeln sind Lautsprecher angebracht, damit man nicht nur visuell in die virtuelle Realität eintauchen kann, sondern auch mit dem passende Sound.

Der Stereo-Sound der Oculus Go ist meiner Meinung nach ziemlich gut und Welten besser als in einem Smartphone Cardboard.

Die Oculus Go bietet allerdings auch die Möglichkeit einen eigenen Kopfhörer anzuschließen. Alle Optionen offen also.

Die Einrichtung der VR-Brille

Screenshot Oculus App
Die Einrichtung der Oculus Go erfolgt über die App.

Beim Kauf liegt eine Anleitung bei, um einen Account bei OColus anzulegen und die VR-Brille in Betrieb zu nehmen. Um die Inhalte des Oculus Store zu nutzen ist diese Anmeldung notwendig. Dafür gibt es eine App für das Smartphone, das sich per WLAN mit der Oculus verbindet.

Schnell noch das WLAN eingerichtet auf der Brille und schon kann man damit im Internet surfen und auf die VR-Inhalte zugreifen. Kinderleicht und war innerhalb von 10 Minuten erledigt.

Das Sichtfeld: Warum der Field of View wichtig für Virtual Reality ist

Bei einem VR-Headset ist der Field Of View ein wichtiger Wert. Darunter versteht man das Sichtfeld in der VR Brille. Die Oculus Go kommt auf ein großes Sichtfeld von 100 Grad. Ein sehr guter Wert für eine VR-Brille. Je höher das Sichtfeld ist, desto realistischer wird die visuelle Wahrnehmung in der Brille.

Sichtfeld Oculus Go Illustration
Das Sichtfeld der Oculus Go liegt bei sehr guten 100°. Die Immersion in die Virtuelle Realität ist faszinierend.

Und genau hier hat mich die Oculus Go wirklich überzeugt. Zwar gibt es noch Einschränkungen bei der Bildqualität, aber die Immersion ist hervorragend. Getestet habe ich das mit eigenen 3D Videos mit 180 Grad Sichtfeld. Auch 360 Grad Videos wurden von mir ausgiebig auf der Go getestet.

Bei keiner anderen Brille hatte ich das Gefühl mehr im Geschehen zu sein als bei der Oculus Go. Auch wenn wie gesagt die Bildqualität bei Videos und Fotos, was Schärfe und Details angeht, nicht an ein sehr gutes Smartphone mit Cardboard rankommt. Dafür sind aber die VR-Games und Experiences aus dem Oculus Store in fast perfekter Bildqualität.

Mein Testfazit: Sehr gut

Die Bildqualität: Display, Auflösung und Bildwiederholfrequenz

Die Fresnel-Linsen der Oculus Go gehören zu den Besten.

Leider muss man wie gesagt bei der Bildqualität ein paar Abstriche machen. Das ist natürlich auch dem günstigen Preis geschuldet. Tatsächlich ist die Auflösung von 2560 x 1440 Pixel im 5,5 Zoll Display der Linsen durchaus in der Lage gute Video und Bilder darzustellen. Bei den VR-Games und Experiences überzeugt dann die Go komplett. Im folgenden Video kannst Du dich von der sehr guten Darstellung bei VR-Games überzeugen.

Es gibt es trotzdem leichte Fliegengittereffekte und Unschärfen.  Gerade im Fernbereich und bei hochwertigen Videos wird das deutlich. Aber zum Kaufpreis von etwas mehr als 200 € kann man auch nicht die Technik eines 1000 € Smartphones erwarten. Wenn Die Objekte nah an der Kamera sind, dann ist auch die Darstellung im Headset sehr gut.

Mein aktueller Lieblings-Coaster in der Oculus

Trotz der kleinen Einschränkungen macht die Oculus Go einfach viel Spaß. Bei den VR-Inhalten aus dem Oculus Store sieht man was die Zukunft ist. Denn hier machen diese Einschränkungen kaum einen Unterschied. Nur bei hochauflösenden Filmen und VR-Videos sieht man es deutlich.

Controller und Sensoren

Der Oclus Go Controller liegt sehr gut in der Hand. auch über einen längeren Zeiraum beim Zocken.

Der Controller liegt einfach sehr gut in der Hand. Die Auswahl im Menü der Oculus Go wird zum Kinderspiel. Durch einen Druck auf den entsprechenden Knopf lässt sich die Richtung immer wieder ausrichten. Eine Position im Raum wird von der Oculus Go nicht gecheckt. Anders als bei der Lenovo Mirage Solo, die das eingeschränkt bereits beherrscht, aber auch deutlich teurer ist.

Der Controller von oben.

Doch natürlich kann man sich frei drehen und auch nach oben und unten schauen. Wenn man 360-Grad-Videos und Inhalte anschaut, dann kann man auf einem drehenden Bürostuhl beispielsweise sich frei in der Aufnahme umschauen. Natürlich kann man das auch im Stehen tun.

VR-Games oder doch lieber 360-Grad-Videos?

Oculus Go Bibliothek
In der Bibliothek der Oculus Go kannst Du deine VR-Inhalte verwalten und installieren.

Die Oculus Go ist ein Alleskönner wenn es um VR-Inhalte geht. Du brauchst nichts anderes als die VR-Brille und den Controller. Um das Headset am Anfang einzurichten braucht man noch die Oculus-App auf dem eigenen Smartphone. Das war’s.

Im Oculus Store kann man dann bequem im Menü der Brille sich die passenden Inhalte aussuchen, ansehen und sogar auf den internen Speicher zum Teil runterladen.

Außerdem kann man eigene Inhalte bequem über den USB-Anschluss auf die Brille laden. Das geht über jeden PC oder Laptop. Sideloading wird diese Funktion genannt

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Sideloading: Eigene VR-Videos und Fotos auf die Brille laden

Eigene 360 Grad, 180 Grad in 3D oder kein 3D ansehen. Auch normale 2D-Videos können hier geschaut werden. Über die Go bekommt man Zugriff auf die Inhalte.

Ich selber lade mir häufig eigene 360° und 3D 180° Videos auf meine Oculus Go (siehe Screenshot aus meinem internem Speicher). Da ich eine Lenovo Mirage Kamera habe, die VR180 Videos in 3D aufnehmen kann, ist das eine wunderbare Sache. So kann ich meine persönlichen Videos in 3D in der Oculus Go anschauen.

Einfach über den PC auf den internen Speicher der Brille geladen und fertig. Im entsprechenden Oculus Viewer (Ich nutze meist die kostenlose Skybox App aus dem Oculus Store) kann man dann die eigenen Videos anschauen, egal ob 360  Grad Video, 180 Grad Video, 3D oder eben nicht 3D. Auch ganz normale 2D Videos und Fotos kann man auf die Brille laden und ansehen. Ziemlich vielseitig finde ich.

Deshalb habe ich persönlich mir auch die Variante mit 64 GB internem Speicher zugelegt. Denn 32 GB sind doch etwas knapp, wenn man eigene Videos auf die Brille lädt.

Das Angebot im Oculus-Store

Screen Oculus Go Suche Horror
Unter dem Stichwort Horror gibt es jede Menge VR-Inhalte im Oculus Store

Wer lieber auf fremde Inhalte zugreifen will, der bekommt ein großes Angebot von kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten im Oculus Store geboten. Dadurch das Facebook mit Samsung kooperiert, bekommt man die ganzen Inhalte der Gear VR Plattform ebenfalls im Oculus-Store angeboten.

Viele VR-Games, Experiences und Videos werden hier geboten. Ob virtuelle Travel-Videos oder die Erfahrung im Horrorhaus. Hier gibt es fast alles.

Virtuelles Kino gefällig?

Wer sich die Netflix App installiert und Kunde bei diesem Unternehmen ist, kann sich alle Inhalte auch in der Oculus Go ansehen. Denn hier gibt es auch ein schönes Kino, das ein wirklich großes Sichtfeld hat. So kann man im Bett liegen und sich den neuesten Serienhit reinziehen.

Im Internet surfen oder Youtube Videos ansehen

Das VR-Headset kann auch einfach zum Surfen im Internet oder ansehen von Youtube Videos genutzt werden. Dafür gibt es inzwischen viele 360° und VR180 Videos auf Youtube.

Auch YouTube Inhalte können natürlich angesehen werden, denn ein ganz normaler Browser ermöglicht das Surfen im Internet. Ich selber schaue gern auch mal Videos auf YouTube an. 360° Videos können so direkt angesehen werden und man kann sich am Strand auf Mallorca einmal schön umschauen. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt, da unglaublich viel angeboten wird.

Auch Disney, Discovery und BBC haben ihre eigenen Angebote, um nur einige wenige zu nennen. Mein Eindruck ist das Facebook mit der Oculus sich hier wirklich am Markt als Marktführer positionieren kann.

Der Akku und Speichererweiterungen

Als die Oculus Go auf den Markt kam im Mai 2018 gab es keine Möglichkeit externe USB-Festplatten oder Sticks anzuschließen. Inzwischen hat sich das geändert. Mit Update wurde es möglich auch externe Speicher direkt anzuschließen und zu verwenden.

Trotzdem würde ich immer zum Kauf der 64 GB Variante raten. Da man nicht immer einen externen Speicher mit sich herum tragen möchte. 64 GB sind ausreichend auch für größere Videodateien. Ich selber habe sehr große VR-Videos in meinem Speicher liegen. Allerdings muss man dann auch immer mal wieder aufräumen, da die Go mangelnden Speicherplatz beklagt.

Das liegt allerdings daran, dass ich 180 Grad Video in 3D selber drehe und schneide. Das braucht ziemlich viel Speicherplatz. Auch meine Yi 360 Kamera produziert mit ihren 5,7 K riesige Dateien.

Leider ist bei 5k Schluss

Womit wir zu einer Einschränkung der Oculus Go kommen. Die momentane Rechenpower in der Brille reicht nicht aus um mehr als 5k flüssig darzustellen. Das reicht für die allermeisten absolut aus. Wer allerdings wie ich 5,7 K Kameras verwendet, der stößt hier an die Grenzen.

Ich selber skaliere die 5.7K mit Adobe Premiere runter auf 5K, was die VR-Brille dann abspielen kann. Hier kommt es auch auf die Bitrate an. Aber das ist nur etwas für wahre Enthusiasten wie mich.

Akkuleistung: Könnte etwas besser sein

Nach ca. 2 Stunden zocken von VR-Games geht dann der Akku aus.

Der Akku hält ca. 2 Stunden durch. Das ist natürlich abhängig von der Art der Nutzung. Wer rechenintensive VR-Spiele zockt, bei dem wird der Akku ein bisschen früher leer sein. Wer nur Videos auf YouTube anschaut, bei dem hält der Akku auch mal bis zu zweieinhalb Stunden. Im Schnitt würde ich aber sagen sind es 2 Stunden.

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Mein Fazit zur Oculus Go

Für mich ist die Oculus Go ein günstiger und wahnsinnig viel Spaß machender Einstieg in Virtual Reality. Denn der Kaufpreis ist günstig und das VR-Headset lässt sich einfach handhaben. Anders als VR-Brillen für den PC muss man wirklich kein Fachmann sein, um die Oculus Go in Betrieb zu nehmen und zu verwenden.

Auch das Verwenden von VR-Brillen für Smartphones hat so einige Probleme. Deshalb steht es für mich außer Frage, dass die Oculus Go ein absoluter Kauftipp ist. Die VR-Inhalte sind jetzt schon ziemlich gut und werden laufend besser. Inzwischen gibt es sehr viele Anbieter, die ihre Inhalte speziell für die Go von Facebook anbieten und direkt in der Brille über Apps verfügbar sind.

So kann man durch die Welt reisen, meditieren oder einfach nur Games zocken. Die Möglichkeiten sind tatsächlich fast unbegrenzt.

Für mich persönlich ist das Ansehen meiner eigenen 3D Videos allerdings die Hauptanwendung. Durch die Möglichkeit die Video Dateien einfach per USB-Schnittstelle auf die Brille zu laden, ist die Nutzung einfach super einfach. Das Blickfeld ist hervorragend und das eintauchen in die Umgebung sehr realistisch.

Viel realistischer als mit einem Cardboard. Davon habe ich einige und habe diese sehr oft verwendet. Seit ich die Oculus Go habe kaum mehr.

Einzige Einschränkung für mich ist die noch nicht optimale Bildqualität. Gerade bei hochauflösenden Inhalten ist es doch noch unscharf in der Ferne und hat einen leichten Fliegengittereffekt. Sollte die Oculus Go in Zukunft auch noch diesen Punkt in den Griff kriegen, dann steht dem Einstieg in die perfekte virtuelle Umgebung nichts mehr entgegen.

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Alexander

Hallo, ich bin Alex und seit Jahren absoluter VR-Enthusiast. Ich habe zahlreiche Headsets und Kameras schon gekauft und getestet. Meine neueste Errungenschaft ist die Oculus Go, ein sehr empfehlenswertes Standalone-Headset. Als YouTube und Blogger nutze ich die Technologie gerne auf meinem Channel und zocke auch ab und zu mal gerne ein cooles VR-Game. Mein aktuelles Lieblingsspiel ist Dead and Buried auf der Oculus. Mehr zu mir hier

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